Nachhaltiger
Landbau - Landwirtschaft mit Rücksicht auf die Umwelt

In
den letzten Jahren ist das Thema Umweltschutz in der Landwirtschaft
immer wichtiger geworden. Dabei ergibt sich für Landwirte
der Konflikt zwischen wirtschaftlicher Produktion einerseits
und Rücksicht auf die Umwelt andererseits.
Der nachhaltige Landbau versucht einen Kompromiss zwischen
beiden Positionen zu finden. Die Produktion soll wirtschaftlich
und ertragreich sein, der Umwelt kommt aber ebenfalls ein
hoher Stellenwert zu. Es soll so wenig wie möglich
in die natürlichen Kreisläufe eingegriffen werden.
Dazu gehört die Beachtung von Schadschwellen im Pflanzenschutz,
bedarfsgerechte Düngung, weite Fruchtfolgen, konservierende
Bodenbearbeitung und vieles mehr. Im nachhaltigen Landbau
wird die Produktion zunächst mit natürlichen Mitteln
beeinflusst. Erst wenn diese Methoden nicht mehr ausreichen
wird eingegriffen. Dies geschieht immer mit besonderer Rücksicht
auf die Umwelt.
Auf dieser Seite finden Sie verschiedene Beispiele für
Verfahren des nachhaltigen Landbaus. Wir haben mit dieser
zukunftsweisende Art der Landbewirtschaftung die Möglichkeit
ergriffen, qualitativ hochwertige Produkte mit besonderer
Rücksicht auf die Umwelt zu erzeugen.
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Unsere
Böden - eine gute Grundlage
Unsere Lößlehmböden
sind nach der letzten Eiszeit entstanden. Der feine Lößstaub
wurde aus den vom Eis freien Schmelzwasserablagerungen ausgeblasen
und weit fortgetragen. An bestimmten Stellen setzte er sich
ab und bildete damit die Grundlage für unsere heutigen
Böden. Nach der Anwehung wandelte sich der Staub in einen
Boden mit verschiedenen Schichten um. Dieser Prozess wurde
durch die Standortbegebenheiten beeinflusst.
Lößlehmböden
sind sehr fruchtbar und ein ausgezeichneter Pflanzenstandort.
Sie ermöglichen den Pflanzen eine besonders gute Ausnutzung
der Nährstoffe. Auch der Wasserhaushalt ist für
die Pflanzen optimal. In unserem Gebiet ist die Lößschicht
etwa 8 m mächtig.
Viele
verschiedene Faktoren beeinflussen die Güte eines Bodens
und haben vielfältige Zusammenhänge und Wechselwirkungen.
Ein
wichtiger Faktor ist zum Beispiel die Korngröße
der Bodenbestandteile. Je grober die Bodenbestandteile,
desto lockerer und porenreicher ist der Boden. Dies hat
Auswirkungen auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt
der Böden.
Die Bodenstruktur hat außerdem einen Einfluss auf
die Bodenlebewesen. Diese wiederum beeinflussen ebenfalls
die Bodenstruktur.
Unsere Lößlehmböden
bilden einen guten Kompromiss aus den beschriebenen Eigenschaften
und sind daher ein ausgezeichneter Pflanzenstandort.
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Fruchtfolge
- die Vielfalt macht's
Mit Fruchtfolge
bezeichnet man den Wechsel der einzelnen Früchte in verschiedenen
Jahren auf einem Feld. Sie ist eine wichtige Grundlage im
integrierten Pflanzenbau. Je weiter die Fruchtfolge, desto
länger dauert es, bis sich eine Frucht auf einem Feld
wiederholt.
Es gibt verschiedene
Gründe für eine weite Fruchtfolge:
- Verschiedene
Pflanzen nutzen die Nährstoffe unterschiedlich aus.
Durch einen Wechsel der Frucht erreicht man eine gleichmäßige
Ausnutzung der Nährstoffe und fördert die Fruchtbarkeit.
- Krankheiten
und Schädlinge betreffen oft nur bestimmte Pflanzen.
Durch eine Wechsel der Früchte können sich
pflanzenspezifische Schädlinge und Keime nicht
anreichern.
- Für
die Fruchtbarkeit der Böden ist Humus entscheidend.
Manche Pflanzen mehren den Humus, andere zehren. Besonders
Getreide bewirkt durch die langsame Zersetzung des Strohs
eine Vermehrung des Humus und verbessert so die Fruchtbarkeit.
Ein Fruchtwechsel ist auch aus diesem Grund nötig.
Unsere Fruchtfolge
sieht so aus:
Zwischenfrucht - Rüben - Kartoffeln - Weizen - Mais
- Weizen
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Zwischenfrucht
- nicht der Ertrag allein ist wichtig
Als
Zwischenfrucht bezeichnet man Pflanzen, die zwischen den
eigentlichen Ackerfrüchten angebaut werden. Sie werden
nicht geerntet, sondern haben Funktionen in der Fruchtfolge.
Zwischenfrüchte tragen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit
bei und sind Bestandteil des nachhaltigen Landbaus.
Unsere
Ackerfrüchte werden im Sommer bis Herbst geerntet.
Die Aussaat mancher Früchte wie Zuckerrüben,
Kartoffeln und Mais erfolgt erst im Frühjahr. Damit
würde der Acker während des gesamten Winters
brach liegen.

Die
Erosionsgefahr ist für offene Flächen besonders
an Hängen sehr hoch. Es sind keine stabilisierenden
Pflanzenwurzeln im Boden, und der Regen kann die offene
Fläche direkt angreifen. Zwischenfrüchte wie Senf,
Gras oder Ölrettich sollen die Erosion verhindern und
den Boden während des Winters bedecken.
Außerdem sollen sie die im Boden vorhandenen Nährstoffe
aufnehmen. Sie würden sonst während des Winters
in tiefere Bodenschichten verlagert und stünden den
Feldfrüchten im Frühjahr nicht mehr zur Verfügung.
Die Zwischenfrüchte können die aufgenommenen Nährstoffe
für ihr Wachstum verwenden.
Die Pflanzen bleiben bis zum Frühjahr auf dem Feld.
Die abgestorbenen Pflanzenreste werden bei der Frühjahrsbestellung
in den Boden eingearbeitet. So werden die aufgenommenen
Nährstoffe dem Boden zurückgegeben. Die Ackerfrüchte
können diese dann nutzen.
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Konservierende
Bodenbearbeitung - für eine natürliche Bodenstruktur
Der Pflug
ist traditionell ein wichtiges Gerät zur Bodenbearbeitung.
Vor der Aussat wird mit dem Pflug der obere Ackerboden 20
bis 30 cm tief gewendet. So gelangen unerwünschte Unkrautsamen
und Samen der letzten Ackerfrucht tief in die Erde. Dort
können sie sich nicht entwickeln. Für die anschließende
Ausaat erhält man durch den Pflug einen ebenen und
sauberen Acker, der für die weitere Bearbeitung optimal
vorbereitet ist.
Die konservierende, pfluglose Bodenbearbeitung nimmt in
den letzten Jahren dennoch einen immer höheren Stellenwert
ein. Dabei will man durch Verzicht auf den Pflug die natürliche
Bodenstruktur fördern. Sie wird durch das Pflügen
immer wieder gestört. Dies steigert die Erosionsgefahr
und beeinträchtigt die Bodenlebewesen.
Wir versuchen im Ackerbau möglichst auf den Pflug zu
verzichten. Statt dessen verwenden wir einen Grubber. Er
lockert den Boden nur auf, wendet ihn aber nicht. Dieser
Eingriff beeinträchtigt die Bodenstruktur weniger.
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Bodenanalysen - für eine
angepasste Düngung
Wir führen
regelmäßig Bodenanalysen durch. Bei der Stickstoffanalyse
gehen wir nach der N-min Methode vor.
Dabei wird die im Boden vorhandene pflanzenvefügbare
Stickstoffmenge ermittelt. Die N-min Methode ist eine standortspezifische
Düngungsempfehlung.
Die
N-min Probe wird vor Vegetationsbeginn genommen und nach
Bodenschichten unterteilt: 0-30 cm; 30-60 cm; 60-90 cm.
Durch die Kenntnis der vorhandenen Stickstoffmenge können
wir unsere Düngung optimal auf den Bedarf der Pflanzen
abstimmen.
Der Stickstoffbedarf der verschiedenen Ackerkulturen ist
bekannt. Nach der Bodenanalyse wissen wir genau, welche
Nährstoffmenge wir zusätzlich düngen müssen.
So können wir die Pflanzen nach ihrem Bedarf ernähren
- mit Rücksicht auf die Umwelt.
Außerdem
lassen wir eine umfassende Analyse durchführen, die
uns über den Gehalt der wichtigsten Nährstoffe
im Boden informiert.
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Hühnermist
- wertvoller Dünger für unsere Felder
Unser
Hühnermist ist ein wertvoller Nährstofflieferant
für unsere Pflanzen. So schließen wir den biologischen
Kreislauf.
Wir arbeiten mit Trockenkot. Um den Hühnerkot
zu trocknen befindet sich in den Ställen eine Kotbandbelüftung.
Die zugeführte Luft trocknet den Hühnerkot auf
einen Trockenmasseanteil von etwa 80 %. Dieser Kot ist geruchsarm
und sehr nährstoffreich.
Unsere Tierhaltung ist an unsere Flächen angepasst,
so dass unsere Felder nicht überdüngt werden.
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Der biologische
Kreislauf - kein Privileg der Biobetriebe
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Quellen:
Mückenhausen (1982), Bodenkunde